Rückblick Legislatur 2016-2020

„Was hast du in den letzten 4 Jahren in deinem Departement erreicht?“

Judith Luthiger: Im Bereich Bildung sind mir gute Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen wichtig. Mit der Einführung der integrierten Förderung und integrierten Sonderschulung sind die Anforderungen an die Lehrpersonen gestiegen. Es ist uns jedoch gelungen, einerseits die Klassengrössen moderat zu halten und andererseits schrittweise eine zeitgemässe Infrastruktur für den modernen Unterricht zu schaffen. So konnten in dieser Legislatur wiederum hohe Investitionen in die Infrastruktur getätigt werden: Die Sekundarschulhäuser Kirchbühl 1+2 und die Schulanlage Brunnmatt wurden saniert und erweitert; für die Einführung des obligatorischen Angebotes für den 2-Jahreskindergarten konnten mit Modulbauten insgesamt acht neue Kindergärten in den Schulzentren Roggern und Kuonimatt, auf der Krauerwiese und im Neubau Meiersmatt bereitgestellt werden. Zudem wurde das Schulhaus Obernau so umgebaut, dass alle drei Kindergärten nun genügend Platz haben. Die Sportschule bezog neue Räume im Sportzentrum Kleinfeld. Mit der LUPK konnten wir den Mietvertrag zu guten Konditionen abschliessen. Mit dem Kanton Luzern haben wir eine neue Leistungsvereinbarung ausgehandelt, so dass für Kriens keine Mehrkosten für die Sportschule entstehen.

Seit Anfang 2019 im neuen Stadthaus daheim: Der Stadtrat mit Judith Luthiger-Senn

Die Schulraumplanung ist eine grosse Herausforderung. Deshalb wird im Zweijahreszyklus ein externes Büro beauftragt, Prognosen für die Schulraumplanung zu erstellen. Die Planung 2018 hat ein enormes Wachstum vorausgesagt, welches nun nicht eingetroffen ist. Der Wohnungsmix, der in Luzern Süd gebaut wird, ist sehr einseitig. Es werden fast keine 4,5- und 5,5-Zimmer-Wohnungen erstellt, sondern vor allem kleinere Wohnungen mit 3,5 Zimmern, die von kinderlosen Paaren oder Familien mit wenig Kindern bewohnt werden. Deshalb zeigt sich nun, dass die Kinderzahl zwar wächst, aber sehr moderat. Zurzeit haben wir noch genügend Schulraum zur Verfügung mit einer Reserve im Zentrum. Den Schulraum brauchen wir jedoch im Kuonimatt. Notwendige Erweiterungsbauten im Kuonimatt sind momentan aufgrund rechtlicher, politischer und finanzieller Entscheide blockiert. Mit einer offenen Kommunikation, mit Partizipationsmöglichkeiten und Einbindung der Direktbetroffenen hoffen wir jedoch, diese Blockade zu lösen – wir sind mitten im Prozess! Die Schulraumplanung 2020 wird uns konkretere Zahlen liefern, die für die langfristige Planung nachhaltige Lösungsmöglichkeiten gibt. 

Die Volksschule Kriens ist innovativ. Zum Beispiel haben wir für das KIZ Projekt «Kultur im Zentrum» in den Zentrumsschulhäusern vom Kanton Luzern erneut eine Auszeichnung erhalten. Auch mit der Abschaffung der Hausaufgaben und der Einführung von Lernzeiten sind wird innovativ. Ziel dieser Innovation ist es, Kinder und Eltern von den Hausaufgaben zuhause zu entlasten. Anstelle von Hausaufgaben gibt es angeleitete Lernzeiten während des Unterrichts und nach der Schule können die Kinder freiwillig in der Schule Lernzeiten besuchen, welche von einer Lehrperson begleitet sind. 

Lehrpersonen der Volksschule Kriens nehmen den Anerkennungspreis für das Projekt “KiZ” entgegen.

Mit gezielten Massnahmen in der Sekundarschule für die Berufswahl ist es gelungen, die Anzahl der Lernenden im Brückenangebot zu halbieren. Der Lehrstellenparcours, den ich gemeinsam mit dem Gewerbeverband und dem Rektor ins Leben gerufen habe, ist ein voller Erfolg. Er fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt.

Sprachfrühförderung ist mir sehr wichtig, ein erster kleiner Schritt ist geschafft. Kriens unterstützt finanziell alle Spielgruppen, die mehr als drei fremdsprachige Kinder in der Gruppe haben, mit einer Klassenassistenz. Die Spielgruppe Papagei konnte ihr Angebot um eine dritte Gruppe erweitern und blickt insgesamt auf eine erfolgreiche Zeit zurück – Integration ist gelungen und kann so gelingen!

Schul- und familienergänzende Kinderbetreuung sind in einer modernen Arbeits- und Lebensgesellschaft wichtig. Ich konnte zwei neue Horte (Brunnmatt und Feldmühle) eröffnen und so das Hortangebot mit zusätzlichen Hortplätzen erweitern. Die Horte sind seit 2018, die drei privaten Mittagstische seit 2019 vollständig in die Volksschule integriert. Dass diese Zusammenführung ein voller Erfolg ist, zeigt sich im Schuljahr 2019/20 unter anderem in der Buchung von rund 330 zusätzlichen Elementen und den motivierten Mitarbeitenden, die fast alle zu uns gewechselt haben. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird vor allem der Mittagstisch immer wichtiger. Zusätzlich fördern wir mit den Betreuungsgutscheinen die partnerschaftliche Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit. 

Die Musikschule durfte das erste Mal in ihrer 60-jährigen Geschichte ein eigenes Haus im Schappe Kulturquadrat beziehen. Mit Unterrichtsentwicklung, Weiterbildungen und neuen Ideen ist es gelungen, die Zahl der Musikschülerinnen und -schüler zu steigern. Das gemeinsame Musizieren im Ensemble weckt Freude. 

Schülerinnen und Schüler der Musikschule Kriens auf der Bühne im Kulturquadrat

Im Bereich Kultur konnte ich mitten im Herz von Kriens das Schappe Kulturquadrat eröffnen. Mit der Einbindung der zukünftigen Nutzenden ist es gelungen, den Bau des Kulturzentrums auf deren Bedürfnisse auszurichten. Im Schappe Kulturquadrat ist ein neuer und spannender Begegnungs- und Kulturort für Jung und Alt am Entstehen: Die Galerie hat neue Räume erhalten, Atelierplätze sind eingerichtet und die Jugendlichen treffen sich in ihren Jugendräumen, im Bistro oder in der Disco. Weil die Mietpreise erschwinglich sind, ist der neue Schappesaal und auch der Probesaal bei vielen Krienser Vereinen sehr beliebt. Die Theaterschaffenden haben im Unterwerk Fenkern Probe- und Lagerräume erhalten. Tagsüber werden die Räume von der Spielgruppe Papagei genutzt.

2019 konnte ich mit dem Museum im Bellpark die Leistungsvereinbarung erneut erfolgreich abschliessen. Einstimmig wurde diese vom Einwohnerrat gutgeheissen. 

Jährlich übergebe ich entweder den Kultur- oder Förderpreis an eine Krienser Persönlichkeit für ihr kulturelles Engagement. 2019 erhielt Otto Durrer den Kulturpreis. Er wurde für sein jahrelanges Engagement für das Museum im Bellpark und für seine denkmalpflegerischen Arbeiten für die Stadt Kriens geehrt. Mich hat diese Ehrung sehr gefreut! 

Der Kulturpreis 2019 der Stadt Kriens ging an Otto Durrer

Die Stadt Kriens hat auch ein neues Kulturleitbild erarbeitet.

Ein jahrelanger Wunsch, einen Industrie- & Kulturweg zu erstellen, geht in Erfüllung. Dank Drittmitteln des Kultur Clubs und Geldern der Stadt Kriens wird die reiche Industriegeschichte Kriens aufgearbeitet und für Interessierte zugänglich gemacht.  

Zum zweiten Mal haben wir mit der Kulturkommission einen Vernetzungsanlass Kultur durchgeführt mit dem Ziel, dass sich Kulturschaffende gegenseitig kennenlernen und gemeinsame Projekte und Vernetzungen stattfinden können.

Judith Luthiger-Senn am Vernetzungsanlass 2018

Dank der Mitgliedschaft in der Regionalkonferenz Kultur (RKK) profitieren das B-Sides Festival, der Südpol, das Museum im Bellpark und Krienser Kultur-schaffende mit überregionalen Projekten von den Kulturgeldern der RKK. Kriens darf auf seine Kulturschaffenden und das breite Kulturangebot mit einem Mix aus Tradition und Neuem wirklich stolz sein! Zurzeit engagiere ich mich im Ausschuss der RKK für neue Lösungen zur Finanzierung der Kulturförderung und -vermittlung. 

Das alles kann nur mit kooperativer und konstruktiver Zusammenarbeit gelingen. Ich danke allen Mitarbeitenden herzlich für die wertvolle Unterstützung.