“Sie will weiter regieren”

Der Text stammt aus einem Artikel, der am 25.2.2020 im Anzeiger Luzern erschienen ist.

Judith Luthiger (60), seit 2012 in der Krienser Regierung

Auf welche Resultate der aktuellen Gesamtregierung sind Sie in der ablaufenden Legislatur besonders stolz?
In den letzten acht Jahren konnten notwendige Investitionen getätigt werden. Sieben Schulanlagen wurden komplett saniert, erweitert und für den modernen Unterricht bereitgestellt. Für die Einführung des 2-Jahres-Kindergartens wurden rechtzeitig neue Kindergärten gebaut und bestehende Räume erweitert. Auch das Hortangebot wurde ausgebaut. 
Die Zentrumsrealisierung war ebenfalls ein wichtiger Meilenstein, weil Alt und Jung davon profitiert: der Langmattspielplatz, das Kulturzentrum mitten im Herzen von Kriens, neue Pflegeplätze und Alterswohnungen, Feuerwehr und Werkdienst, das neue Stadthaus und das Sportzentrum Kleinfeld.

Wo hätte der Stadtrat Ihrer Meinung nach als Gremium mehr erreichen sollen?

Im Bereich Verkehr haben wir mit dem Gesamtverkehrskonzept gute Grundlagen erarbeitet. Doch die Umsetzung stockt. Der Stadtrat hätte mit einer besseren Kommunikation die Bevölkerung abholen und für viele Anliegen mehr Verständnis schaffen können — Menschen im Prozess mit beteiligen und Zusammenhänge klären helfen.

In Ihrem eigenen Departement: Welches waren die Herausforderungen, die Erfolgsmomente, wo bleiben Baustellen?
Die finanziellen Rahmenbedingungen sind die grössten Herausforderungen. Die Schulraumplanung bleibt anspruchsvoll. Wir haben freie Schulräume im Zentrum, aber am falschen Ort. Sie sollten in den Schulzentren Kuonimatt und Roggern zur Verfügung stehen. Erweiterungsbauten sind momentan aufgrund von rechtlichen, finanziellen und politischen Entscheiden blockiert. 
Erfolgsmomente gab es sehr viele: Die Schule Kriens hat zwei Innovationspreise erhalten, Kinderbetreuungsplätze konnten ausgebaut werden und Familien erhalten Betreuungsgutscheine. Mit der sprachlichen Frühförderung leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Integration. Die Musikschule hat ein eigenes Gebäude erhalten und darfstolz auf 60 erfolgreiche Jahre zurückblicken.
Die Einweihung des Schappe Kulturquadrates war das Highlight schlechthin: Jugend und Kultur haben neue Räume wiedererhalten, und es ist ein spannender Begegnungsort entstanden. Die Krienser Kultur lebt.

Thema Nummer 1: die Finanzen. Welche Visionen haben Sie, um die Krienser Finanzen in den Griff zu bekommen?
Erstens müssen wir über Leistungen diskutieren und aufzeigen, was für Konsequenzen Einsparungen haben. Die Diskussion muss breit geführt und kommunikativ begleitet werden. 
Zweitens muss auf kantonaler Ebene der Lastenausgleich neu geregelt werden. Auch darf der Kanton nicht immer mehr Kosten den Gemeinden überwälzen.
Drittens muss Kriens Ausgaben und Einnahmen überprüfen, denn die Stadt hat ein Einnahmeproblem. Wenn sich die Finanzsituation nicht verbessert, muss über eine Steuererhöhung nachgedacht werden.

Ist ein Stadtratsamt in Kriens für Sie ein 100-Prozent- oder ein 80-Prozent-Pensum?
Von der Arbeitsbelastung her klar 100 Prozent! Es sollte aber möglich sein, 80 Prozent zu arbeiten und die frei werdenden 20 Prozent der Verwaltung zu übertragen. Teilzeit sollte im Stadtratsamt möglich sein.

Weshalb werden Sie wiedergewählt?
Mein Wissen, mein Engagement für Bildungs- und Kulturfragen und die achtjährige Erfahrung als Stadträtin sind ein Leistungsausweis. Ich bin breit interessiert, offen und lösungsorientiert. Als einzige Frau vertrete ich die Frauen im Stadtrat.

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